Programm

Fachkongress: Freitag & Samstag, 22.-23. April 2016
Open Vegmed Publikumstag: nur Sonntag, 24. April 2016

Öffnungszeiten und Teilnehmerregistrierung:
Freitag, 22. April 2016, 12:00 - 19:00 Uhr
Samstag, 23. April 2016, 08:00 - 19:00 Uhr
Sonntag, 24. April 2016, 08:30 - 17:00 Uhr (Publikumstag)

Programm als PDF (Programmänderungen vorbehalten)


Kongress-Abstractband (PDF)

Der VegMed-Abstractband mit Abstracts aller Vorträge, Workshops und Sessions, wurde in der Zeitschrift Forschende Komplementärmedizin veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift hat den Themenschwerpunkt Vegetarismus.

Die englischen Vorträge im Hauptstrang werden simultan ins Deutsche übersetzt.

Fachkongress

Freitag
Hauptsaal
13:30

Grußworte der Organisatoren

14:00

Sekundäre Pflanzenstoffe: Vielseitig Wirksam

Prof. Dr. Claus Leitzmann

Wie der Name besagt werden Sekundäre Pflanzenstoffe nur von Pflanzen gebildet und dienen der Pflanze unter anderem als Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten, als Wachstumsregulatoren, als Sonnenschutz und als Farb- und Duftstoffe. Die mindestens 100.000 verschiedenen Sekundären Pflanzenstoffe bestehen aus einer Fülle chemisch sehr unterschiedlicher Verbindungen, kommen nur in sehr geringen Mengen vor und üben meist pharmakologische Wirkungen aus. Neben einigen anderen handelt es sich um Carotinoide, Phytosterine, Saponine, Glucosinolate, Polyphenole, Protease-Inhibitoren, Terpene, Phytoöstrogene, Sulfide und Phytinsäure.

Langjährige Erfahrungen sowie umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen das große Potential der Sekundären Pflanzenstoffe zur Vorbeugung von einer ganzen Reihe von Krankheiten bzw. zur Stärkung der Gesundheit. Die vielfältigen Eigenschaften der Sekundären Pflanzenstoffe sind beeindruckend, denn sie wirken antikanzerogen, antimikrobiell, antioxidativ, antithrombotisch, immunmodulierend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd und können den Blutdruck sowie den Cholesterin- und Blutglukosespiegel senken.

Die Daten mit Sekundären Pflanzenstoffen wurden überwiegend in epidemiologischen Studien gewonnen. Auch wenn diese Studien teilweise mit hunderttausend und mehr Teilnehmern durchgeführt wurden, können sie nur Hinweise und keine Beweise liefern. In bestimmten Fällen sind die Hinweise allerdings so stark, dass sie als Beweise gelten können. Aussagekräftige Daten liegen inzwischen unter anderem vor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Bluthochdruck, Infektionen und Immunabwehr.

Die protektiven Wirkungen der Sekundären Pflanzenstoffe sind besonders effektiv, wenn eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen essentiellen Nährstoffen gewährleistet ist. Dieses ist am besten mit einer pflanzenbetonten Ernährung zu verwirklichen, da Sekundäre Pflanzenstoffe und Nährstoffe gleichzeitig zugeführt werden. Die in Lebensmitteln vorhandenen Mengen an Sekundären Pflanzenstoffen führen nicht zu einer Überversorgung, diese Gefahr kann mit den im Handel erhältlichen Sekundären Pflanzenstoffen als Supplemente durchaus eintreten. Bei einer vollwertigen Ernährung sind Supplemente für gesunde Menschen überflüssig.

15:00

Gesundheitserfahrungen von US-Vegetariern: Ergebnisse und Herausforderungen bei wissenschaftlichen Studien

Prof. Dr. Gary Fraser

Die neueste Studie mit nordamerikanischen Adventisten ist die adventistische Kohortenstudie Adventist Health Study-2 (AHS-2), an der in den Jahren 2002 bis 2007 in den USA und Kanada 96.000 Adventisten teilnahmen. Etwa die Hälfte dieser Studienpopulation ernährt sich vegetarisch (8 % vegan, 30 % ovo-lacto-vegetarisch, 10 % pescetarisch). Die oft als Vergleichsgruppe herangezogenen Nichtvegetarier unter den Adventisten ernähren sich im Durchschnitt eher fleischarm, während eine Untergruppe mindestens fünfmal pro Woche Fleisch zu sich nimmt. Adventisten haben im Vergleich zur Normalbevölkerung in Nordamerika eine deutlich geringe Sterblichkeitsrate, eine höhere Lebenserwartung und ein geringeres Krebsrisiko. Vegetarier unterscheiden sich von nicht-vegetarischen Adventisten neben dem Konsum von Fleisch- und Milchprodukten in vielen ernährungsspezifischen Aspekten, die sich auf den Gesundheitszustand auswirken können. Vegetarier haben im Vergleich zu Nichtvegetariern ein geringeres Risiko bei der Gesamtmortalität und bei einigen verbreiteten Krebsformen sowie ein geringeres Herzinfarktrisiko. Mögliche Gründe hierfür sind, dass sie deutlich weniger übergewichtig sind sowie niedrigere Lipidwerte, geringere Werte an C-reaktivem Protein, Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker und niedrigere Blutdruckwerte haben und seltener an Diabetes erkranken. Darüber hinaus scheinen einige der von Vegetariern bevorzugten Lebensmittel mit einem geringeren Risiko von Herzkrankheiten und/oder bestimmten Krebsarten in Zusammenhang zu stehen, während bestimmte Lebensmittel, die von dieser Gruppe vermieden werden, mit einem größeren Risiko verbunden sind. Diese Ergebnisse weisen somit eine innere Konsistenz auf, sei es beim Vergleich zwischen Adventisten und der Allgemeinbevölkerung, sei es bei Vergleichen innerhalb der Adventisten bezüglich bestimmter Ernährungsgewohnheiten oder sei es bei der Auswahl von Lebensmitteln, die typisch für bestimmte vegetarische Ernährungsgewohnheiten sind. Insgesamt scheint eine vegetarische Ernährungsweise aus gesundheitlicher Sicht sehr sinnvoll zu sein. Es sei angemerkt, dass sich „vegetarisch“ hierbei auf verschiedenste Ernährungsgewohnheiten beziehen kann. Wir werden in dieser Präsentation darlegen, dass Risikoprofile innerhalb der Gruppe der Vegetarier variieren können. Dies kann wiederum eine Erklärung für einige länderspezifische Unterschiede bei den Studienergebnissen sein.

16:30

Vegane Ernährung in der Onkologie

David Stenholtz

In den Ernährungsrichtlinien für die Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von Krebs wird oft die folgende Empfehlung gegeben (z. B. World Cancer Research Fund): „Essen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel“. Eine schrittweise Umstellung auf eine vollwertige Pflanzenkost, bei der der Verzehr tierischer Produkte und industriell verarbeiteter Lebensmittel zugunsten frischer Lebensmittel reduziert wird, hat bei vielen chronisch degenerativen Erkrankungen wie kardiovaskuläre Erkrankung, Diabetes Typ 2 und Adipositas zunehmend günstige gesundheitliche Wirkungen gezeigt. Diese schrittweisen Gesundheitswirkungen und das Fehlen eines Limits, ab dem es keinen weiteren gesundheitlichen Nutzen einer solchen Umstellung mehr gibt, legen nahe, dass sich eine ausschließlich pflanzlich orientierte Ernährung möglicherweise ideal zur Prävention vieler chronischer Erkrankungen eignen könnte. Doch gilt diese Annahme auch für Krebs? Sollte Krebspatienten zu einer veganen Ernährungsweise geraten werden? Was wird Krebspatienten normalerweise empfohlen?

In diesem Vortrag untersuchen wir die zurzeit üblichen Ernährungsempfehlungen und Expertenansichten. Wir stellen beispielhafte Studien vor, die das Potenzial veranschaulichen, das eine entsprechende Ernährung bei der Krebsprävention oder bei der Verlangsamung der Krebsprogression haben kann.

17:00

Individualisierung vegetarischer und veganer Ernährung unter Verwendung von Genomdeskriptoren

Prof. Madan Thangavelu

Der Mensch ist ein Metaorganismus. Alle Menschen sind einzigartig und leben in einem dynamischen Gleichgewicht mit der Umwelt. Die von anderen „Metaorganismen“ stammende Nahrung liefert nicht nur die Nährstoffe für den menschlichen Körper, sondern bildet in Gesundheit und in Krankheit auch die größte und innigste Schnittstelle innerhalb dieser komplexen und dynamischen Interaktion zwischen dem Menschen und seiner Umwelt.



Die Nahrung und ihre Interaktionen mit der Darmflora stellt in dieser Interaktion eine weitere Ebene der Komplexität dar. Zurzeit wird erkannt, dass die Interaktionen zwischen der Nahrung und der Darmflora im gesunden und im kranken Zustand eine wichtige Funktion bei der Entzündungsreaktion haben. Die Entzündung als einer der Hauptauslöser für die meisten Erkrankungen stellt eine besondere Herausforderung dar, wenn es darum geht, die Rolle von Nahrung und Ernährung im gesunden und im kranken Zustand zu verstehen.



In dieser Präsentation möchte ich darlegen, wie wichtig es ist, ein größeres Verständnis für die Chancen der Individualisierung vegetarischer und veganer Ernährung zu entwickeln. Dies diskutiere ich anhand von Genomdeskriptoren und Varianten menschlicher Gene für Proteine bei Entzündungsreaktionen, anhand von Genen und Genvarianten in Pflanzen, anhand von Nukleinsäuredeskriptoren sonstiger veganer Nahrungsmittel, anhand der deutlich zunehmenden Belege für die wechselseitige Beeinflussung zwischen der menschlichen Darmflora und der Entzündungsreaktion sowie anhand der altersabhängigen Veränderungen in der menschlichen Darmflora.



Könnte es sein, dass eine solche Individualisierung sowie die Realität der genannten Faktoren im Konflikt zu unseren gängigen Konzepten und eben auch im Konflikt mit unseren gegenwärtigen Theorien und Modellen der Welt steht, nicht nur in der Biologie der Organismen, sondern auch in den sich daraus ergebenden Auswirkungen in der Ökonomie, im Wohlfahrtswesen und in vielen anderen Bereichen? Die Darstellung des menschlichen Körpers als „Metaorganismus“, eine „Metastruktur“ ähnlich wie eine Familie, ein Gemeinwesen, eine Stadt oder eine Nation usw., stellt eine solidere Grundlage dar, um bessere und nachhaltigere Lösungen für die Gesundheit und das allgemeine Wohlergehen und nicht zuletzt auch für weltweit gesündere Volkswirtschaften zu entwickeln. In diesem Kontext möchte ich auf die Herausforderungen eingehen, die sich durch solche Erkenntnisse für politische Entscheidungen ergeben. Indem wir den Details immer mehr auf den Grund gehen, bekommen wir nicht nur ein besseres Verständnis menschlicher Gesundheit und menschlichen Wohlbefindens sowie der Krankheitsprävention auf der Grundlage vegetarischer Ernährung, sondern es wird deutlich, inwiefern die Verwendung von Genomdeskriptoren bei der Individualisierung vegetarischer und veganer Ernährung relevant ist, um die allgemeine Gesundheit und die Prävention von Krankheiten zu begünstigen.

17:30

Umwelteinflüsse pflanzenbasierter Ernährungsformen

Dr. Andreas Ciroth

Der Lebensmittelkonsum ist einer der Faktoren mit den größten menschenverursachten Umweltauswirkungen. Indem wir den jährlichen Lebensmittelkonsum bei einem durchschnittlichen Verbraucher in Berlin vergleichend betrachten, zeigen wir, wie sich Unterschiede in der Ernährung auf die menschliche Gesundheit, auf Ökosysteme und auf die Ressourcenverknappung über die gesamte Lebensmittelkette auswirken. Hierbei werten wir sämtliche Produktionsphasen (einschließlich Abfallverwertung) anhand von Ökobilanzen aus.

in der Detailanalyse arbeiten wir zentrale Faktoren bei den Umweltauswirkungen heraus. Zudem stellen wir Unterschiede in den Auswirkungen verschiedener Ernährungsweisen dar und beleuchten hierbei auch die Unterschiede zwischen ökologischer und konventioneller Ernährung. Wenn wir uns mit der Stabilität dieser Ergebnisse befassen, finden wir zentrale Faktoren, die bei den umweltbezogenen Auswirkungen des Lebensmittelkonsums relevant sind. Zugleich wird das individuelle Potenzial deutlich, das jeder einzelne Verbraucher bei der Reduzierung der eigenen Umweltauswirkungen hat.

18:00

Perspektiven vegetarischer Ernährung in der Medizin

Prof. Andreas Michalsen

Freitag
Hörsaal 1
16:30

Session 1: Mikronährstoffe und Vitamine

(Peer-Review Session) Leitung: Dr. Markus Keller

Sarah Gebhardt - Vitamin B12 and Vegan Diet – Quantitative Analysis of Everyday Supply
Gebhardt, S.
University of Applied Sciences, Münster, Germany

Background: Veganism is a growing trend in Germany. Expert opinion differs on whether a vegan diet is beneficial or harmful to personal health. Based on present scientific knowledge, vitamin B12 cannot be sufficiently supplied with plant based foods and should therefore be supplemented. Dietary supplements and/or enriched foods seem to be necessary.
Purpose: The survey was designed to investigate how vegans handle vitamin B12 supply in everyday life. This includes taking appropriate measures such as taking supplements or having their vitamin B12 blood status checked.
Methods: An online survey with 479 adult Germans was conducted. Recruiting for the survey was via online social networks.
Results: Most of the survey participants (82,8%) rate the importance of proper vitamin B12 supply as 'important' or 'very important'. 76% of participants use supplements, mostly in form of pills or tooth paste. Half of the participants have had their vitamin B12 blood levels tested by their physician. No relation was found between the duration of the vegan diet and the consumption of supplements.
Conclusions: The survey indicates that participants are interested in sufficient supply with vitamin B12 and that the majority acts accordingly. How this behavior influences the actual blood status has not been determined in this study.
The frequency of vitamin B12 supplementation is therefore not necessarily related to an adequate supply. Because of the study design, the results may not be applicable to all German vegans.
Studies which examine the relation between supplementation and blood status are needed.
Carla Peeters - Vitamin B12 Deficieny, an Unrecognized Epidemic?
Peeter, C.
COBALA good care feels better, Netherlands

Although a plant based diet has many health benefits, a deficiency in one of the crucial vitamins for human life might occur. Vitamin B12 deficiency is extremely common in strict vegetarians and vegans who do not use any supplements. Vitamin B12 in natural form is only present in animal sources of food. The few plants that are sources of B12 are B12 analogues and block the inclusion of the true B12. So the body’s need for the nutrient actually increases. Cobalamin, which is the scientific name for vitamin B12 is stored in the liver, lungs, kidneys and other body tissues. As a result a deficiency might not show for a number of years. Medicine prescribed for chronic diseases can worsen the vitamin B12 deficiency. A miss diagnosis of vitamin B12 shortness or deficiency might happen in such situations
Cobalamin in various forms plays a role in 300 enzymatic reactions leading to DNA synthesis, strong immunity, up to happy feelings.
Blood tests for vitamin B12 deficiency aren’t as clear as they are for other nutritional deficiencies. MMA and homocysteine levels in serum are suggested to be additional indicators for a vitamin B12 deficiency. Worldwide there is much dispute about a healthy range serum levels. Nowadays many laboratories transfer to the Holo Trans Cobalamin assay which measures the active form of vitamin B12. The HTC assay is believed to be more accurate in presenting the real vitamin B12 status in the human body.
In this presentation a case study is shown with a miss diagnosis by various medical doctors and as a result a severe vitamin B12 deficiency. The recovery of a severe B12 deficiency needs a careful guidance with personalised integrative care and may take several years to rebalance the body.
Anne Siebert - Vitamin B-12-fortified Toothpaste Improves Vitamin B-12 Status Markers in Vegans: A 12 Week Placebo Controlled Study
Siebert, A.-K.1; Müller, S.1; Awwad, H.2; Sputtek, A.3; Obeid, R.2; Keller, M.1

1Institute of Alternative and Sustainable Nutrition, Biebertal/Giessen, Germany
2Saarland University Medical Center, Department of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, Homburg/Saar, Germany
3Center for Laboratory Medicine and Microbiology, Essen, Germany

Background: Vegans are at risk for vitamin B-12 deficiency due to the absence of cobalaminin plant foods. In addition to active intrinsic factor-mediated absorption, vitamin B-12 can be absorbed via passive diffusion by the sublingual epithelium. Therefore, using a vitamin B-12-fortified toothpaste could facilitate the vitamin B-12 supply in vegans.
Purpose: To investigate the effect of a vitamin B-12-fortified toothpaste on vitamin B-12 status markers in vegans in a 12-w study.
Methods: The study included 66 healthy vegans (age: 29.2 ± 7.3; women: 66.7 %) adhering to a vegan diet for at least 2 y and who were currently not using a vitamin B-12-fortified toothpaste. Subjects were randomly assigned to the verum or placebo group. Members of the placebo group used a non-fortified toothpaste of the same appearance. Both groups were instructed to brush their teeth twice a day for 2 min with the test toothpaste. Blood samples were taken at the beginning and at the end of the intervention period. Concentrations of serum cobalamin, holo-transcobalamin (holoTC), methylmalonic acid (MMA) and total homocysteine (tHcy) were measured.
Results: Compared with baseline, subjects of the verum group showed significant increases of serum cobalamin (256 vs. 355 pmol/L [p = 0.001]), and holoTC (34 vs. 64 pmol/L [p < 0.001]) after 12 w. Furthermore, a significant decrease of MMA could be observed (301 vs. 212 nmol/L [p = 0.016]). tHcy also decreased, but changes were not significant (n.s.) (10,5 vs. 9,7 µmol/L). In the placebo group serum cobalamin and holoTC decreased (n.s.), whereas MMA and Hcy increased (n.s.).
Conclusion: The use of a vitamin B-12-fortified tooth paste for 12 w improved blood markers of vitamin B-12 status in vegans.
Annette Kerckhoff - Medicine from the Kitchen – Pharmacy from the Vegetable Shelf
Kerckhoff, A.

Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst, Berlin, Germany

Over decades women passed on sanitary knowledge orally from one generation to another. Living at home and being responsible for the health of the family members, they developed an enormous empirical knowledge about the use of domestic resources for health promotion, self-healing strategies and healing purposes. Here, home-grown vegetables constituted an important ingredient. These vegetables were used both internally and externally in form of various applications such as fortifiers and tonics, alcoholic or acid dilutions, poultices, ointments etc. Access to regional and seasonal vegetables therefore provided autonomy regarding not only food supply but also medical care.
This detailed knowledge, possessed still by our grandmothers’ generation, is currently dying out. Only a systematic documentation of the valuable knowledge of the generation „female 50+“ can counter this trend.
Concentrating on common vegetables this project aims to gather data through interviews with elderly women from different cultures, compare this data with the present state-of-the-art concerning active ingredients and clinicial trials. Furthermore, a second research objective is a comparative evaluation, looking for differences and conformities across cultures such as similar strategies and matching patterns in the application. One outcome of this project will be a manual about reliable and safe interventions using common vegetables, aimed at teaching people with low income or local initiatives such as urban gardening about supporting their health and self-efficacy.
Werner Kratz - Der Boden – die wichtigste Ressource für unsere Lebensmittel und Gesundheit
Kratz, W.

Freie Universität, Berlin, Germany

Der Boden ist nicht nur die wichtigste Ressource für unsere Lebensmittel, sondern auch für die menschliche Gesundheit.
Dies belegt ua eine aktuelle Publikation in Nature (12/2015) mit dem Titel „Soil biodiversity and human health“
In der Veröffentlichung wird deutlich, dass die Biodiversität im Boden von großem Nutzen ist und dass die pathogenen Organismen nur eine Minderheit darstellen. Abgesehen von den schwerwiegenden Krankheiten, wie z.B. Anthrax, Listeriose, Tetanus und Toxoplasmose, wird das Immunsystem durch die Auseinandersetzung mit einigen Erregern verbessert. Das verringert auch die Gefahr von Allergien. Stadtbewohner weisen eine geringere Vielfalt an Mikroorganismen auf ihrer Haut auf und besitzen daher eine geringere Immunabwehr und eine stärkere Neigung zu Allergien.
Der Boden ist auch die Quelle für die meisten Antibiotika, das hat der Bodenmikrobiologie Dr. Selman Waksman bereits in den 1940er Jahren herausgefunden. In seinem Labor hat er dutzende Antibiotika aus verschiedenen Bodenbakterien gewonnen. Dafür wurde der aus der Ukraine stammende und in die USA emigrierte Wissenschaftler 1952 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Waksman ist der bislang einzige Bodenkundler, der mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Da die Bodenbakterien aber kontinuierlich den Antibiotika anderer Bodenmikroorganismen ausgesetzt sind, entstehen Resistenzen.
Hier besteht auch die Verbindung zu den Antibiotika aus der Tiermast, die über die Gülle u den Stallmist in erheblichen Mengen in die Böden, das Grundwasser u die Feldfrüchte, auch von Vegetariern u Veganer, gelangen (DFG Projekt ua JKI/TU) Aufgrund der hohen Biodiversität ist der Boden aber das ideale Labor für die Entwicklung neuer Antibiotika und Medikamente. Einige Bakterien sind bereits in der engeren Wahl. Erst kürzlich wurde ein Bakterium in einem natürlichen Boden entdeckt, dessen Antibiotika gegen die Tuberkulose wirken. Mycobacterium vaccae besitzt eine antidepressive Wirkung. Das Bakterium aktiviert Zellen im Gehirn, die das Glückshormon Serotonin ausschütten. Bacteroides fragilis soll einer Untersuchung am Californian Institute of Technology zufolge Autismus-Symptome beheben.
Französische Mikrobiologen haben herausgefunden, dass sich viele Bodenbakterien im menschlichen Verdauungstrakt wiederfinden und dass ein genetischer Austausch zwischen den aufgenommenen Bodenbakterien und den Darmbakterien stattfindet. Japanische Wissenschaftler haben bei Seetang-Bakterien herausgefunden, dass sie die gleiche genetische Zusammensetzung besitzen wie zwei Bakterienarten, die im menschlichen Darm siedeln. Dadurch war auch die Nährstoffverdaulichkeit für den Seetang erhöht.
Die menschliche Gesundheit wird indirekt durch die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmethoden beeinflusst.
Dabei gibt es Wechselwirkungen zwischen Schaderregern und dem Nährstoffniveau sowie der Qualität.
Um zu überleben haben die betroffenen Pflanzen gegen die meisten Schaderreger im Laufe der Evolution natürliche Gegenmaßnahmen entwickelt. Diese Gegenmaßnahmen werden durch eine hohe Biodiversität im Boden unterstützt.
Durch eine zu intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung kann die Biodiversität und die Vielzahl an nützlichen Bakterien herabgesetzt werden.
Dazu zählen u.a. die intensive Bodenbearbeitung mit dem Pflug sowie der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (D 2014 >140.000 t) und Düngemitteln.
Kommen mehrere negative Faktoren zusammen können an sich nützliche Mikroorganismen zu Killern werden. Ein Beispiel ist der Bodenpilz Coccidoides immites, der normalerweise tote organische Rückstände (Wurzeln) abbauen hilft und den Boden stabilisiert. Durch eine zu intensive Bewirtschaftung (Pflügen mit Schwarzbrache, Abbrennen der Stoppel) entwickelt er Sporen, die in der Folge von Staubstürmen zum berüchtigten „Valley-Fieber“ führen können.
Im Jahr 2004 erkrankten in den USA 6.000 Menschen am Valley-Fieber. Durch reduzierte Bodenbearbeitung verringert sich auch die Belastung mit Feinstaubpartikeln. Feinstaub ist auch in der EU verantwortlich für den frühzeitigen Tot vieler Menschen.
Eine weniger intensive Bewirtschaftung wie sie in Ökobetrieben praktiziert wird, fördert die Biodiversität und dadurch die Gesundheit von Pflanze, Tier und Mensch. Durch die Fülle an nützlichen Organismen in den Böden wird der Einfluss der Pathogene zurückgedrängt.
Somit ist eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Böden essentiell für eine lang-anhaltende Bodenfruchtbarkeit und für die Gesundheit beim Menschen. In den gemäßigten Klimazonen wird die Produktivität der Feldfrüchte durch die Regenwürmer und viele tausend andere Bodentierarten und Mikroorgansimen unterstützt; in den tropischen Gebieten übernehmen Termiten diese Aufgabe.
Die Biodiversität erhöht die Nährstoffverfügbarkeit, insbesondere bei vielen Spurenelementen. Häufige Mangelerscheinungen in Feldfrüchten, die dann zu Nährelementmangel bei den Menschen führen ua Zink, Mangan, Lithium uvam Ferner verbessert sich die Grundwasserqualität und damit das Trinkwasser.
Durch eine zu intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung wie in der konventionellen Landwirtschaft werden die Biodiversität und die Vielzahl an nützlichen Bakterien und Pilzen und damit deren ökosystemaren Leistungen herabgesetzt.
Freitag
Hörsaal 2
15:00

Workshop: Vegan in Schwangerschaft & Stillzeit

Edith Gätjen

16:30

Workshop: Mitgefühl im medizinischen Alltag - Nahrung für Körper, Geist und Seele

Paul Friedrich Seifert

Menschliche Verbindung zu sich selbst und den Menschen um sich ist in dieser schnelllebigen Welt nicht leicht zu leben. Dieser Workshop wird Raum bieten dies zu üben, indem wir uns und einander von Herzen zuhören und die nährende Kraft der Zwischenmenschlichkeit erleben. Wir werden uns weiter kennenlernen und an dem eigenen Kommuikationsverhalten arbeiten, um liebevoll, annehmend und achtsam in Kontakt zu kommen. Und dabei ein Stück klarer zwischen den verschiedenen Gefühlen von Hunger unterscheiden zu können, die auf Bedürfnisse nach sozialer, spiritueller oder körperlicher Nahrung hinweisen.

Welche Methoden erwarten euch: geführte Meditation, leichte Körperübungen, dyadisches Zuhören, Gewaltfreie Kommunikation, Achtsamkeit und Stille.

Samstag
Hauptsaal
08:45

Grußworte

09:00

Ernährungsfaktoren bei der Alzheimer-Prävention

Dr. Neal Barnard

Es ist weithin bekannt, dass eine gesunde Ernährung dazu beitragen kann, Adipositas, Herzkrankheiten, Hypertonie, Diabetes und sogar einige Formen von Krebs zu verhindern. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass unsere Essgewohnheiten auch ihren Beitrag dazu leisten können, die möglicherweise besorgniserregendste Erkrankung zu verhindern: die Alzheimer-Krankheit. Während sich die Alzheimer-Epidemie weiter ausbreitet, haben wir jetzt möglicherweise genau die erforderlichen Mittel zur Verfügung, um diesen Trend zu stoppen.

Gesättigte Fette – die „schlechten“ Fette in Milchprodukten, Fleisch und Eiern – sind mit einem erhöhten Alzheimerrisiko verbunden. Dies gilt gleichermaßen für die in vielen Snackprodukten enthaltenen Transfette. Bestimmte Metalle, insbesondere Eisen, Kupfer und Aluminium, können hierbei ebenfalls eine Rolle spielen, und jedes dieser Metalle nehmen wir über bestimmte Nahrungsmittelprodukte im Übermaß auf. Selbst einige verbreitete Medikamente können zu Demenz führen.

Hingegen hat sich gezeigt, dass Vitamin E und bestimmte B-Vitamine das Risiko reduzieren. Diese Schutzstoffe sind in pflanzlichen Lebensmitteln wie grünem Blattgemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Vollkorngetreide enthalten. Einige Lebensmittel wirken sich offenbar sehr günstig auf das Gehirn aus, besonders Blaubeeren, Weintrauben und Süßkartoffeln. Aber das ist bei weitem nicht alles. Regelmäßige körperliche Bewegung und reichlich Schlaf tragen ebenfalls dazu bei, das Gedächtnis zu erhalten.

In dieser Präsentation zeigen wir einfache Schritte zu einer gesunden Lebensweise für ein gesundes Gehirn auf und gehen darauf ein, wie wir diese Schritte effizient in unser Leben integrieren können.

10:00

Kalorische Restriktion und vegetarische Ernährung

Prof. Andreas Michalsen

Fasten mit weitgehender Beschränkung der Aufnahme fester Nahrung in definierten Zeiten wird weltweit in religiösen und ethnokulturellen Traditionen praktiziert. Seit etwa 2 Jahrzehnten belegen zahlreiche experimentelle Studien die lebensverlängernden, präventiven und therapeutischen Wirkungen von kalorischer Restriktion und/oder intermittierendem Fasten. In Europa ist das therapeutische Fasten (Heilfasten) als medizinische Behandlungsmethode seit langem bekannt und in der Naturheilkunde etabliert. Daten aus Beobachtungsstudie und kontrollierte Studien belegen, dass Fasten in einem Zeitraum von 7- 14 Tagen mit max.500 kcal Nahrungsenergieaufnahme pro Tag in der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, chronischen Schmerzsyndromen, leichter Depression, Bluthochdruck und des metabolischen Syndroms wirksam ist. Insbesondere für die rheumatoide Arthritis liegt eine hohe Evidenz vor, hierbei wurde Fasten über 7-10 Tage mit einer nachfolgend aufbauenden veganen und laktovegetarischen Ernährung über 12 Monate kombiniert. Aktuelle Studiendaten legen den Schluss nahe, dass intermittierendes Fasten über 3 Tage auch als begleitende Behandlung während der Chemotherapie von Krebserkrankungen zur Reduzierung von Nebenwirkungen nützlich sein kann. Verschiedene Wirkmechanismen des Fastens wurden identifiziert wie z.B. die durch das Fasten induzierte hormetische Stressadaption, eine erhöhte Produktion neurotropher Faktoren, reduzierten mitochondrialen oxidativen Stress, die Inhibierung von Signalwegen, die mit Alterungsprozessen assoziiert sind, sowie die Förderung von Autophagie. Wahrscheinlich sind regelmässig intermittierendes Fasten (z.B.5:2) und periodisch prolongiertes Fasten gleichwertig wirksam Eine weitere positive Wirkung des prolongierten Fastens bezieht sich auf eine nachfolgend erfolgreichere Ernährungsumstellung hin zu einer pflanzenbasierten Ernährung. Aktuelle Forschungen zeigen zudem, daß ein relevanter Anteil der günstigen medizinischen Wirkungen der kalorischen Restriktion und des Fastens durch die Karenz von vor allem in tierischen Nahrungsmitteln enthaltenen Proteinen/Aminosäuren vermittelt werden. Da vollwertige vegane und vegetarische Ernährungsformen zudem durchschnittlich eine geringere Energiedichte aufweisen, scheint es möglich, die günstigen Effekte des Fastens auch anteilig durch eine vegane moderat kalorisch reduzierte Ernährung im Sinne einer Fasting-mimicking diet erzielen zu können.

11:00

Gesundheit von Vegetariern: Erkenntnisse aus der EPIC-Oxford Studie

Prof. Timothy Key

Die EPIC-Oxford-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) ist eine Kohortenstudie, die in Großbritannien in den Jahren 1993 bis 2000 mit 65.500 Probanden (14.500 Männer und 51.000 Frauen) durchgeführt wurde. Bei 20.000 Probanden erfolgte eine Blutentnahme. Als Studienteilnehmer wurden Vegetarier und andere Personen mit Interesse an Gesundheit und Ernährung sowie Personen aus der Allgemeinbevölkerung rekrutiert. Die Studienpopulation setzte sich aus 34.000 Fleischessern, 10.000 Personen, die Fisch essen und Fleisch meiden, 19.000 Lacto-Vegetariern und 2.500 Veganern zusammen. Bei den Teilnehmern der Studie erfolgte eine 20-jährige Nacherhebung in Form von Folgefragebögen sowie durch eine Verknüpfung mit den Patientenakten des britischen staatlichen Gesundheitsdienstes NHS. Querschnittsanalysen haben ergeben, dass die Vegetarier relativ niedrige BMI-Werte und Serumcholesterinspiegel sowie relativ niedrige Vitamin-B12- und Vitamin-D-Serumspiegel aufweisen. Zudem sind die Serumkonzentrationen an langkettigen n3-Fettsäuren bei ihnen relativ niedrig. Folgeanalysen haben gezeigt, dass ischämische Herzkrankheiten bei Vegetariern um 32 % seltener als bei Nichtvegetariern auftreten. Bezüglich Krebs gibt es einige Hinweise darauf, dass das Risiko für alle Krebsformen zusammen bei Vegetariern und Veganern geringfügig niedriger ist als bei Nichtvegetariern und dass Vegetarier ein relativ niedriges Risiko von Magenkrebs und von Krebs des lymphatischen und blutbildenden Gewebes aufweisen. Zudem wurde festgestellt, dass das Risiko für das Auftreten einer Divertikelkrankheit und von grauem Star bei Vegetariern geringer ist. Die langfristige Gesundheit von Vegetariern stellt sich allgemein als gut dar, doch es sind weitere Forschungsarbeiten nötig, insbesondere zur langfristigen Gesundheit von Veganern.

13:30

Nahrung als Medizin: Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen mithilfe von Ernährungstherapie

Dr. Michael Greger

Dr. Greger hat diese neue Präsentation auf der Grundlage einer sorgfältigen Sichtung und Prüfung der wissenschaftlichen Literatur entwickelt, die im Bereich der Ernährungstherapie weltweit verfügbar ist. Er orientiert sich hierbei am aktuellen Stand zukunftsweisender Forschung und untersucht die Rolle, die die Ernährung dabei haben kann, Deutschlands häufigsten Ursachen für Tod und Invalidität vorzubeugen, gegenzusteuern oder diese sogar zu beseitigen. Mehr als tausend seiner Videos zum Thema Ernährung können auf seiner Website NutritionFacts.org (nutritionfacts.org) kostenlos aufgerufen werden. Die Website wird täglich mit neuen Videos und Artikeln aktualisiert.

14:30

Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern

Dr. Markus Keller

Das Interesse an vegetarischen Ernährungsformen ist in Deutschland deutlich angestiegen. Wie hoch der Anteil vegetarischer und veganer Kinder ist, ist unklar. Studien mit Erwachsenen zeigen das präventive Potential, aber auch potentielle Schwachstellen pflanzenbasierter Kostformen. Die Vorteile und Risiken einer vegetarischen bzw. veganen Ernährung im Kindesalter sind jedoch kaum untersucht. Der Vortrag fasst die aktuelle Studienlage zu vegetarisch und vegan ernährten Kindern (< 12 Jahre) in Nordamerika und Europa zusammen. Demnach lag die Zufuhr von Energie und Makronährstoffen vegetarischer bzw. veganer Kinder meist näher an den Empfehlungen der Fachgesellschaften als die Ernährung gleichaltriger Mischkostkinder. Ebenso wiesen vegetarisch und vegan ernährte Kinder eine höhere Zufuhr von und bessere Versorgung mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen auf. Häufiger zeigten sich jedoch Defizite bei Vitamin B12, Zink, Kalzium und Eisen. Wachstum und Entwicklung vegetarisch bzw. vegan ernährter Kinder entsprachen weitgehend den Referenzstandards, mit der Tendenz, leichter, schlanker und (unter 5 Jahren) auch kleiner zu sein. Die bisherigen Ergebnisse basieren, insbesondere bei veganen Kindern, auf nur wenigen Studien. Weiter sind das Alter, das heterogene Studiendesign sowie die teilweise geringe Probandenzahl der Untersuchungen limitierend. Aufgrund der unzureichenden Studienlage besteht erheblicher Forschungsbedarf zu den Auswirkungen einer vegetarischen bzw. und veganen Ernährung im Kindesalter.

15:30

Präventive und therapeutische Bedeutung vegetarischer Ernährung in der Traditionellen Indischen Medizin

Dr. Ram Manohar

Die alte Tradition des Ayurveda hat im Verlauf ihrer Entwicklungsgeschichte umfangreiches Wissen darüber zusammengetragen, wie sich die Ernährung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen auswirkt. Die kodifizierten Lehrbücher enthalten nicht nur die Ernährungsgewohnheiten von Menschen auf dem indischen Subkontinent, sondern teilweise auch von Menschen anderer Länder wie China, dem antiken Baktrien und Griechenland. Im Ayurveda wird nicht ausdrücklich die Wichtigkeit einer vegetarischen Ernährungsweise gegenüber einer nicht-vegetarischen Ernährung hervorgehoben. Hingegen wird betont, wie wichtig die richtige Wahl einer bestimmten Ernährung in Übereinstimmung mit der jeweiligen Situation ist, indem verschiedene Faktoren wie die individuelle Konstitution, die jeweilige Wachstumsphase, die klimatischen Gegebenheiten, die Verfügbarkeit biologischer Ressourcen und das Vorhandensein bestimmter Erkrankungen berücksichtigt werden. Allerdings wird indirekt deutlich, dass einer vegetarischen Ernährungsweise der Vorzug gegeben wird, wenn es darum geht, eine robuste physische und geistige Gesundheit zu pflegen. Die Bedeutung einer nicht-vegetarischen Ernährung für bestimmte therapeutische Zwecke tritt hierbei in den Hintergrund. Es mag zwar eine utopische Vorstellung sein, die gesamte Weltbevölkerung zu Veganern zu bekehren, doch das System des Ayurveda spricht sich dafür aus, dass Menschen durch individuelle und fundierte Entscheidungen schrittweise eine vegetarische Ernährungsweise annehmen. Dies beinhaltet auch die Erkenntnis, dass eine sorgfältige Auswahl an pflanzlicher Kost dazu beitragen kann, eine respektvolle Lebensweise zu kultivieren, bei der anderen Lebewesen nur minimal Leid zugefügt wird, ohne die Ernährungsqualität zu beeinträchtigen, die zum Erhalten und Fördern der menschlichen Gesundheit entscheidend ist.

16:00

Gesunde Ernährung: Antioxidantien und Hautalterung

Prof. Jürgen Lademann

Hautalterung wird durch genetische Aspekte, Umweltfaktoren und durch den Lebensstil verursacht. Metabolische Prozesse, Ultraviolett- und Infrarotstrahlung der Sonne sowie Rauchen und Alkoholkonsum können in menschlicher Haut freie Radikale entstehen lassen. Diese reaktiven Moleküle können Zellen und Zellkompartimente zerstören, wenn ihre Konzentration einen kritischen Grenzwert überschreitet. Der menschliche Organismus hat ein antioxidatives Schutzsystem gegen die schädliche Wirkung von freien Radikalen entwickelt. Diese Antioxidantien müssen über eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse aufgenommen werden.

In dieser Präsentation wird dargelegt, dass es mit optischen Methoden wie der Raman-Spektroskopie oder Reflexionsspektroskopie möglich ist, Antioxidantien und darunter insbesondere Carotinoide auf nicht-invasive Weise in der menschlichen Haut zu bestimmen. Die Erkenntnisse, dass Carotinoide Markersubstanzen für den gesamten antioxidativen Status darstellen, wurden anhand der Elektronenspinresonanz-Spektrometrie gewonnen.

In dieser Präsentation wird ein Überblick über verschiedene Studien zur Interaktion zwischen Antioxidantien und freien Radikalen gegeben, die am Forschungsbereich Experimentelle und angewandte Physiologie der Haut (CCP) der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführt wurden. Die Studien demonstrieren, dass die beste Strategie zum Schutz vor Hautalterung darin besteht, auf eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse zu achten und Stressfaktoren zu verringern. Spektroskopische Biofeedback-Messungen des antioxidativen Status der Haut stellen somit eine wichtige Analysemethode dar, um Menschen zu motivieren, einen gesunden Lebensstil zu pflegen.

16:30

Evidenz für die antidiabetische Wirkung der Bittergurke beim Menschen

Prof. Dr. Michael Krawinkel

Bei der Momordica charantia (Bittergurke, Bittermelone) ist schon seit langer Zeit bekannt, dass sie eine antidiabetische Wirkung hat. Es liegen jedoch nur wenige Daten zu den Wirkungsweisen, Konzentrationen, Dosierungen und beabsichtigten Wirkungen vor. Nach einer Untersuchung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Bittergurkenextrakt bei Mäusen wurde eine Studie mit menschlichen Probanden in Tansania durchgeführt. Für die Studie wurden prädiabetische Probanden ausgewählt, da Patienten mit ausgeprägtem Diabetes mellitus nicht für die Dauer der Studie auf ihre Therapie verzichten könnten. Die wichtigsten Einschlusskriterien waren hierbei die folgenden: Nüchternblutzucker im Plasma (FPG = Fasting Plasma Glucose) 5,6 bis 6,9 mmol/l, HbA1c 5,7 bis 7,5 %, BMI 27 bis 35 kg/m², Blutdruck 90/60 bis 160/110 mmHg, Alter 30 bis 65 Jahre. Bei dieser Studie handelte es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte, einfach verblindete Cross-Over-Studie. Sie bestand aus zwei Interventionszeiträumen von jeweils acht Wochen, zwischen denen eine vierwöchige Auswaschphase lag. Von den ursprünglich 61 Teilnehmern beendeten 52 die Studie. Die Änderungen beim FPG-Wert unterschieden sich signifikant durch einen Abfall bei der Gabe von Bittergurke und durch einen Anstieg bei Placebogabe (-0,153 mmol/l vs. +0,1069 mmol/l, p = 0,04). Die Änderungen beim Blutzuckerspiegel waren umgekehrt proportional zu den FPG-Werten zu Beginn der Studie (p = 0,001). In dieser Studie zeigte die Bittergurke durch Senkung der FPG-Werte eine signifikante hypoglykämische Wirkung. Die Wirkung bezog sich auf Daten zu Beginn der Studie, wobei eine bessere Wirkung verzeichnet werden konnte, wenn bei Behandlungsbeginn höhere Blutzuckerspiegel vorlagen. Diese Beobachtung ist ein Hinweis darauf, dass Bittergurkenextrakt ein besonders großes Potenzial bei der Senkung stärker erhöhter Blutzuckerspiegel hat. Ernährungsmaßnahmen zur Verbesserung der Kontrolle von Diabetes mellitus gewinnen zunehmend an Bedeutung, da die Anzahl der Diabetiker weltweit steigt und viele dieser Patienten keinen Zugang zu medikamentöser Behandlung haben.

* Die Studie wurde von einem multizentrischen Studienteam des World Vegetable Research Center in Tainan/Taiwan und dem Kilimanjaro Christian Medical Centre, Moshi/Tanzania in Zusammenarbeit mit Dr. Ray-Yu Yang, Dr. Sandra Habicht, Christine Ludwig, M.Sc, Dr. med. Mark E. Swai durchgeführt. Eine nicht zweckgebundene Zuwendung wurde vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Verfügung gestellt.

17:00

Einfluss von Soja-Nahrungsmittel auf die Entstehung von Brustkrebs und die Prognose von Brustkrebspatientinnen

Prof. Mark Messina

Der Zusammenhang von Sojalebensmitteln und Brustkrebs wird seit über 30 Jahren sorgfältig untersucht. Die historisch niedrige Brustkrebshäufigkeit und Mortalität in Ländern mit verbreitetem Sojakonsum verstärkte das Interesse an diesem Zusammenhang. Eine weitere Rolle spielte die Erkenntnis, dass Isoflavone als potenzielle chemopräventive Stoffe wirken. Diese diphenolischen Verbindungen, die in Sojabohnen in unvergleichlich hohen Mengen enthalten sind, besitzen gleichzeitig östrogenabhängige und östrogenunabhängige Eigenschaften mit dem Potenzial, die Entstehung von Brustkrebs zu verhindern. In Beobachtungsstudien zeigt sich in konsistenter Weise, dass bei asiatischen Frauen ein höherer Sojakonsum mit einer 30-prozentigen Reduktion des Entstehungsrisikos von Brustkrebs verbunden ist. Es gibt jedoch verschiedene Hinweise, die nahelegen, dass der Sojakonsum bereits frühzeitig stattfinden muss (also in der Kindheit und/oder Adoleszenz), damit das Risiko einer Brustkrebsentstehung reduziert wird. Im Tierversuch an Rattenjungen wurde beispielsweise deutlich, dass Gaben des wichtigsten Sojaisoflavons Genistein, die nur über wenige Wochen hinweg verabreicht wurden, die Entwicklung chemisch induzierter Mammakarzinome um 50 % verringerten. Darüber hinaus hat sich in retrospektiven Beobachtungsstudien gezeigt, dass der Sojakonsum in der Adoleszenz (ca. einmal täglich eine entsprechende Portion) mit einer deutlichen Verringerung (25 bis 50 %) des Brustkrebsrisikos in Zusammenhang steht. Isoflavone haben offenbar die Eigenschaft, Zellen in der sich entwickelnden Brust auf eine Weise zu ändern, dass eine Umwandlung dieser Zellen zu Krebszellen langfristig unwahrscheinlicher wird.
Trotz des Interesses an der Rolle von Soja bei der Reduktion des Brustkrebsrisikos gibt es Bedenken, dass Sojalebensmittel aufgrund ihres Gehalts an Isoflavonen bei besonders gefährdeten Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebsentstehung erhöhen und die Prognose von Brustkrebspatientinnen verschlechtern könnten. Durch umfangreiche klinische und epidemiologische Daten ist jedoch belegt, dass diese Bedenken unbegründet sind. In klinischen Studien zeigt sich konsistent, dass Risikomarker für Brustkrebs (z. B. mammografische Dichte und Zellproliferation) durch eine Isoflavonaufnahme nicht ungünstig beeinflusst werden, selbst wenn die Isoflavonaufnahme deutlich über den typischen Konsummengen in Japan liegt. Diese Daten wurden vor einiger Zeit von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit anerkannt, als nach einer umfassenden Prüfung der wissenschaftlichen Fachliteratur der Schluss gezogen wurde, dass sich Isoflavone bei peri- und postmenopausalen Frauen nicht nachteilig auf das Brustgewebe auswirken. Darüber hinaus zeigen prospektive epidemiologische Studien unter Beteiligung von über 11.000 Frauen mit Brustkrebs aus den USA und China, dass ein Sojakonsum nach dem positiven Befund das Auftreten von Rezidiven signifikant reduziert und die Überlebenschancen verbessert. Diese Daten machen außerdem deutlich, dass der Sojakonsum die Wirksamkeit von Tamoxifen und Aromatasehemmern nicht beeinträchtigt, sondern sogar verbessern kann.

Samstag
Hörsaal 1
10:00

Session 2: Vegetarische Ernährung bei chronischen Erkrankungen und Fasten-Medizin

(Peer-Review Session) Leitung: Dr. Rainer Stange

F. Eichelmann - Effect of Plant-based Diets on Inflammatory Profiles: A Systematic Review and Meta-analysis of Intervention Trials
Eichelmann, F. 1; Schwingshackl, L. 2; Fedirko, V. 3; Aleksandrova, K. 1
1Nutrition, Immunity and Metabolism Start-up Lab, Department of Epidemiology, German Institute of Human Nutrition Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal, Germany;
2Department of Epidemiology, German Institute of Human Nutrition Potsdam- Rehbrücke, Nuthetal, Germany;
3Department of Epidemiology, Rollins School of Public Health, Winship Cancer Institute, Emory University, Atlanta GA, US.

Background: Persistent low-grade inflammation is considered an independent risk factor for the development of chronic diseases. Plant-based dietary interventions may reduce pro-inflammatory stimuli and hence prevent chronic disease risk; however human evidence remains unclear.
Methods: is systematic review and meta-analysis of intervention trials aimed to assess the effect of plant-based diets on inflammation-associated biomarker profiles. Medline, EMBASE and Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL) were searched for articles published in the period between January 1946 and January 2016. Eligibility criteria included: (1) participants older than 18 years of age; (2) plant-based dietary intervention; (3) data on mean differences in biomarkers between individuals consuming plant-based diets and those consuming control diets. Exclusion criteria were: (1) intervention trials < 4 weeks; (2) studies among pregnant women or terminally ill patients; (3) concomitant interventions; (4) interventions based on individual food components rather than on overall dietary patterns. Data collected included: study design, baseline characteristics of the study population, information on dietary interventions, and outcome assessment (biomarker measurements). Data were pooled using random-effects models and quality ratings were based on Cochrane’s tool for assessing risk of bias. Mean differences in biomarkers of inflammatory status: C-reactive protein (CRP), interleukin-6 (IL-6), tumor necrosis factor-alpha (TNF-ά), soluble intercellular adhesion molecule 1 (sICAM), leptin, adiponectin and resistin.
Results: Of initially identified 2,583 publications, 28 met the meta-analysis inclusion criteria [a total of 2,689 participants; median age, 53 years]. Consumption of plant-based diets was associated with a reduction in the mean concentrations of the following biomarkers: CRP [effect size, -0.55 mg/l, 95% confidence intervals (CI): –0.78; –0.32, I2 = 94.4%], IL-6 [effect size, –0.25 ng/l, 95%CI: –0.56; 0.06, I2 = 74%], and, to some degree, sICAM (–25.07 ng/ml [95%CI: –52.32; 2.17, I2 = 93.2%]). No substantial effects were revealed for the remaining biomarkers: TNF-a, resistin, adiponectin and leptin.
Conclusion: Plant-based diets are associated with an improvement in inflammatory profiles-as indicated by decreases in CRP and IL-6 concentrations-and could provide means for therapy and prevention of inflammation-related chronic diseases.
Trial registration: PROSPERO; registration number CRD42015027109
Stephan Bauersfeld - The Effects of Short-term Fasting on Quality of Life and Tolerance to Chemotherapy in Patients with Gynecological Cancer: A Randomized Cross-over Pilot Study
Bauersfeld, S.; Michalsen, A., Jeitler,M.; Jänsch, A.; Wischnewsky, M., Kessler C.
Charité-University Medical Center, Institute of Social Medicine, Epidemiology and Health Economics, Berlin, Germany & Immanuel Hospital Berlin, Department of Internal and Complementary Medicine, Berlin, Germany

Background: Preclinical research showed that short-term fasting protects healthy cells against the adverse effects of chemotherapy while making tumor cells more vulnerable to it. This pilot study investigated the feasibility and effects of short-term fasting during chemotherapy cycles in patients with gynecological cancer.
Methods: In a randomized individual cross-over trial 34 patients with breast cancer (n=30) and ovarian cancer (n=4 ) with at least 4 planned chemotherapy cycles were included. Patients were randomized to fast the first half of chemotherapy cycles followed by an ad libitum healthy diet in the second half of cycles or vice versa. Quality of life was assessed by the FACT questionnaire, Fatigue by the FACIT questionnaire, graded by Likert scales.
Conclusions: In this pilot study we showed that chemotherapy under caloric restriction seems to be significantly better tolerated than chemotherapy with regular diet or request food.
Fr. Aspalter - Impact of Elimination or Reduction of Dietary Animal Proteins on Cancer Progression and Survival
Aspalter, R.; Longin, R.
Verein Essen und Krebs, Wien, Österreich

Background: There is evidence that the incidence of cancer is low in vegan populations but currently there is little data available on the effect of a pure plant-based diet on the progression of diagnosed cancer.
Hypothesis: A reduction or total elimination of animal protein from the diet can positively influence the course of an existing cancer disease and - in addition to oncological standard therapies – increase the remission rate. We expect a higher effect the lower the consumption of animal protein. Purpose of the pilot study:
  1. To test the hypothesis that elimination / reduction of dietary animal proteins leads to an improved tumor prognosis. Tumor behavior (numbers and percentage of tumor remissions) at 6 months was chosen as primary end point in the respective diet forms (omnivore / lacto-ovo vegetarian / vegan)
  2. To estimate the effect size and thus to enable sample size calculations in further studies
  3. To test the feasibility of the different diets especially of a vegan diet, in cancer patients
  4. To test the tolerance of different diets and to proof that a vegan diet does not lead to a deterioration of health, tumor progression or malnutrition
  5. To test the online portal as a study platform (technical aspects, sequence of displayed questionnaires)
  6. To test the validity of self reported and online-generated data
The concept of this ongoing pilot study and first experiences with its setting as a patient driven online-study are presented.
Franziska Gräf - Fasting Protects Against Experimental Colitis and Commensal Microbial Gut Dysbiosis
Graef, F. A.; Bosman, E. S., Jacobson, K.; Vallance, B. A.
Division of Gastroenterology,
Department of Pediatrics,
University of British Columbia, Vancouver, BC, Canada

Inflammatory Bowel Disease (IBD) is an auto-inflammatory disease of the gastro-intestinal system with unknown aetiology. Many studies suggest that an imbalance in the interplay between diet, the gut microbiota and the intestinal epithelial barrier contribute to the pathogenesis of the disease. Our Western diet dramatically alters the makeup of our gut microbiota, which can in turn, lead to weakened gut barriers and microbial dysbiosis. This is characterized by loss of beneficial microbes and an increase in potentially pathogenic bacteria. Inflammation results when these bacteria interact with an impaired epithelial surface or leak across the epithelial barrier and stimulate the underlying immune cells.
Experiments from our lab demonstrate that fasting greatly reduces inflammation in two models of experimental colitis: A 48 hour fast ameliorates Dextran Sulfate Sodium (DSS)-induced colitis and leads to a significant decrease in IL-1β, IL-6 and TNFα expression in the colon along with changes in the make-up of the gut microbiota of C57BL/6 mice. In experiments using a mouse model of Salmonella typhimurium induced cecitis, we found that - following streptomycin pre-treatment - a 48h fast completely protects C57Bl/6 mice from the expected pathogen-induced intestinal damage. Preliminary data show that fasting alters the resident microbiota, and increases microbiota-based colonization resistance thereby preventing S. typhimurium from infecting the intestine and triggering inflammation. We therefore conclude that fasting beneficially modulates the gut microbiota and shapes host-microbe interaction in a way that promotes resistance to exogenous stressors and prevents microbial dysbiosis and inflammation.
Nico Steckhan - Fasting and Plant-based Proteins Induce Global Changes in Gene Expression in Patients with Metabolic Syndrome
Steckhan, N.1,2; Heydeck, D.3; Borchert, A.3; Hohmann, C. D.1,2; Kühn, H.3; Kessler, C.1,2; Michalsen, A.1,2
1Charité-University Medical Center & Institute of Social Medicine, Epidemiology and Health Economics, Berlin, Germany
2Immanuel Hospital Berlin, Department of Internal and Complementary Medicine, Berlin, Germany
3Department of Biochemistry, Charité Cross Over, Faculty of Medicine, Berlin, Germany

Background: There is growing interest in the potential health benefits of different kinds of fasting. While animal studies have provided compelling evidence that feeding patterns such as alternate-day fasting can increase longevity and reduce incidence of many chronic diseases, the evidence from human studies is much more limited and equivocal. Additionally, although several candidate processes have been proposed to contribute to the health benefits observed in animals, the precise molecular mechanisms responsible remain to be elucidated.
Methods: The study described here examined the effects of a five days fast on gene transcription profiles in white blood cells from subjects suffering from metabolic syndrome. Samples were hybridized to GeneChip® PrimeViewTM Human Gene Expression Array from Affymetrix. We applied qPCR and the ΔΔ-CT method for quantification.
Results: We found over 5000 differential expressed genes. After applying a fold change threshold of <-1.4 and >1.4 we further selected 247 down-regulated and 14 up-regulated genes. Gene ontology analysis revealed genes associated with fatty acid oxidation, alterations in cell cycling and apoptosis and decreased expression of pro-inflammatory genes and induction of autophagy. Down-regulated genes bearing interferone-stimulated response elements (ISRE) were highly enriched.
Conclusion: This study indicates a more fundamental anti-inflammatory response to fasting. The other processes provide indications of potential mechanisms that could contribute to the putative beneficial effects of fasting in humans suffering from metabolic syndrome. Further plant-based proteins with low sulfur amino acid content may represent a strategy to induce protective effects similar to fasting.
J. Johnson - Data Driven Approach Restoring and Maintaining Wellness in a Seemingly Healthy Person – A Case
Jonsson, J.1; Löwbeer, C.2; Pettersson, T. M.3
1Kristofferskolan, Stockholm, Sweden
2Aleris Medilab, Department of Laboratory Medicine Karolinska Institutet, Stockholm, Sweden
3LeanLabMed, Stockholm, Sweden

Background: Wellness is an emerging core of future healthcare. A data supported model demonstrates the potential and simplicity in preventing early disease perturbation, resetting and maintaining wellness on an individual level.
Methods: the individual studied was male, 65 years of age, no diagnosed illness nor medication, non-smoker, moderate drinking habits, active lifestyle; however obese (BMI 31) and sensing slow health deterioration. The procedure encompassed 1) aspects of wellness deterioration, 2) a temporary nutritional model to reset the sensation of wellness, 3) nutritional content 4) pre- and post-procedure measurements of physiological and biochemical parameters and 5) following a protocol of test phase, goal setting and implementation for sustainable wellness improvement. The nutritional regimen was plant based, low calorie, 86/11/3 % in carbohydrate/protein/lipid content but high in minerals, vitamins, and complex phytochemicals however low in fiber as a consequence of juicing. The regimen was followed over 28 days with normal physical work activity, regular 8 hours sleep and a daily water intake of 1L. The measurements combined weight/BMI/waist/blood pressure/resting pulse with 200 biochemical parameters covering hematology, electrolytes, minerals, carbohydrates, lipids, proteins, vitamins, fatty acids, amino acids, endocrinology, functional tests, urine tests and the gut microbiome.
Results: Weight reduction was 23.4 kg, BMI improved from 31 to 24 and the waist reduction was 16 cm. Blood pressure improved from boarder line high to normal and the resting pulse from 84 to 60. No discomfort and unbroken satiation was felt during the procedure. All listed sensations of deteriorating wellness were eliminated. The biochemical parameters indicated significant changes within reference intervals. Wellness associated biochemical changes (WABC) of highest significance were oxidized LDL, HOMA2-IR, Omega-3-Index and Urine pH.
Conclusion: Nontoxic Plant Based Nutrition and Lifestyle maintained Wellness must be designed an integral part of Future Healthcare.
14:30

Session 3: Vegetarische Ernährung in traditionellen Medizinsystemen

(Peer-Review Session) Leitung: Dr. Ram Manohar

Sanchit Misra - Vegetarianism – A Boon for Patients of Cardiovascular and Metabolic Diseases
Misra, S
Institute of Medical Sciences-Banaras Hindu University, Varanasi, India

A lacto-ovo-vegetarian is a person who does not eat meat, poultry, and fish. Vegetarians mainly eat grains, pulses, vegetables, fruits and dairy products. According to Ayurveda, milk, fruits, rice, and vegetables are of satva guna (goodness); garlic, onions and chilies are of raja guna (passion) and meat, fish, fowl and eggs are of tama guna (ignorance) [Sridhara-Swami’s commentary on Bhagavad Gita-17/7]. A diet that augments vitality, energy, vigor, health, happiness and satisfaction, and which is sweet, unctuous, substantial and palatable, is preferred by sattva-dominant people. Foods that are bitter, sour, salty, pungent, hot, dry and producing burning sensations are rajas-dominant in nature and they may produce grief, sorrow and disease. Food cooked more than three hours before being taken and that is tasteless, stale, putrid, cold, rejected and that hampers intellectual functions are preferred by tamas dominant people [Bhagavad Gita-17/8-10]. Ayurveda proclaims that the biological body is born out of ahara (food) and that all diseases are produced due “wrong” ahara. Wholesome and unwholesome foods are responsible for happiness and misery respectively [Caraka-Samhita Sutra.-28/45]. Vegetarian nutrition plays a major role in Ayurveda in both preventive and therapeutic contexts.
The aim of this communication is to bring attention towards the importance of vegetarianism to combat different lifestyle disorders, especially cardiovascular and metabolic diseases, from an Ayurvedic perspective.
Vajira Seneviratne - A Critical Review of Intellect Promoting Medicines in Ayurveda
Seneviratne, V. P. S.
University of Colombo, Sri Lanka
Ayurveda Research Institute, Ministry of Health and Indigenous Medicine, Sri Lanka

Ayurveda literally means the “science of life” and is one of the most ancient systems of healthcare in the world. A comprehensive review of Ayurveda literature shows a profound description of Intellect Promoting Medicines and their mode of action. In Charaka Samhita (1500 BC) a separate group of drugs is defined for intellect promoting. These are designated as Medhya Rasayana which produces Medhya effect (Intellectual promoting). These improve Medha which comprises of; Dhee/Grahan shakti (Power of acquisition), Druthi/Dharan shakti (Power of retention), Smrithi/ Smarana shakti (Power of recollection). Thus Medhya Rasayana forms a special category of rasayana drugs with a beneficial effect on memory and intelligence. According to main Ayurvedic Classics a group of 4 medicinal plants and their botanical identity are as follows; Mandukaparni (Centella asiatica, Yastimadhu (Glycirrhiza glabra, Guduchi (Tinospora cordifolia), Shankapushpi (Convolvulus pleuricaulis). In addition to these, few more handful drugs with same pharmacodynamic properties also mentioned in Ayurveda Classics. Aindri(Bacopa monniera, Jyotismati(Celastrus panniculata, Kusmanda(Benincasa hispida), Vacha (Acorus calamus ), Jatamamsi (Nardostachys jatamansi). Centella asiatica is known as Gotukola in Sri Lanka. Charaka Samhitha, one of the oldest classics included a separate chapter for Intellect promoting drugs. Basically, there are two types of Medhya drugs; some have specific properties in improving in the treatment of psychological and psychosomatic disorders. Shankapushpi, Brahmi and Jatmansi are some of the examples for these and they have varying degree of psychotropic action. On the contrary, other type of drugs especially Mandukaparni (Centella asiatica) have more beneficial effects on Medha in spite of the antianxiety effects.
Prathima Nagesh - Application of Ayurvedic Nutrition Principles After Childbirth and During Breastfeeding
Nagesh, P.
College of Ayurveda, Milton Keynes, UK

Giving birth to a baby is like having second birth for the mother. During this process body and mind become tired and weak. There is also an extra need in terms of nutrition to cope with weakness and produce milk for the baby. Ayurveda recommends series of vegetarian recipes with an intelligent use of medicinal herbs during these periods. In the presentation the following points are going to be discussed:
  1. Ayurveda advises different types of vegetarian foods to meet needs at that particular time. For example: Immediately after childbirth ladies are given easily digestible and high-energy kind of foods.
  2. Use of different recipes made with the same key ingredients serve multiple purposes during different time points during this period. For example: Lentils and rice are given with herbs in soup form in the early days after childbirth. Later on the same ingredients cooked in a different way to meet lactating ladies nutritional needs are advised.
  3. Application of these principles to Europe, presenting recipes using locally available ingredients for the best of the baby and mother after childbirth.
Michael Jeitler - Ayurvedic Versus Conventional Dietary and Lifestyle Counseling for Mothers with Burnout-syndrome: A Randomized Controlled Pilot Study
Jeitler, M.1,2; Forster, M.1; Steckhan, N.1,2; Meier, L.1,2; Stapelfeldt, E.2; Eisenmann, C.3; Oberzaucher, F.4; Michalsen, A.1,2; Kessler, C. S.1,2
1Charité-University Medical Center & Institute of Social Medicine, Epidemiology and Health Economics, Berlin, Germany
2Immanuel Hospital Berlin, Department of Internal and Complementary Medicine, Berlin, Germany
3University Konstanz, Department of History and Sociology, Konstanz, Germany
4University Siegen, Department of Educational Sciences and Psychology, Siegen, Germany

Purpose: Ayurveda claims to be effective in the treatment of psychosomatic disorders by means of lifestyle- and nutritional counseling. This study aims to illuminate its potential clinical effects on mothers with burnout-syndrome in comparison to a conventional approach.
Methods: In a prospective, randomized, controlled pilot study mothers with burnout syndrome were randomized into two groups: (1) Ayurveda included tailored lifestyle- and nutritional counseling according to tradition and (2) conventional treatment consisted of lifestyle- and nutritional counseling according to current family medicine recommendations. All patients received 5 counseling sessions over 12 weeks, including one individual session and four group sessions. The primary outcome was the change of the mean score of the German Version of the Maslach Burnout Inventory (MBI-D) after 3 months. Secondary outcomes included quality of life (SF-36), sleep (PSQI), stress (CPSS), depression/anxiety (HADS) and spirituality (ASP) after 3 and 6 months. A per protocol-analysis was performed. Wilcoxon tests were used to compare mean differences between groups and within groups. In addition we conducted a qualitative evaluation of diagnostic and counseling sessions.
Results: We randomized 32 patients (n=17 Ayurveda, n=15 conventional). No significant between-group differences were found. However, significant and clinically relevant intragroup mean changes for the primary outcome burnout (MBI subscale PA), and secondary outcomes sleep (PSQI), stress (CPSS), depression (HADS) and mental health (subscale of SF-36) were found in the Ayurveda group only.
Conclusions: Summarized we found positive effects for both groups, more pronounced in the Ayurveda group. However, this pilot study had a small sample size. A power calculation revealed a sample size of 142 subjects, based on a moderate effect size (d=0.5), a significance level of p<0.05 and a power of 0.8 for a confirmatory trial. Possible beneficial effects of Ayurveda for burnout-patients would have to be analyzed in such larger trials accordingly.
15:30

Session 4: Verschiedene Themen

(Peer-Review Session) Leitung: Dr. Miriam Ortiz

Katharina Wirnitzer - The NURMI Study: Methodology and First Results of the Prevalence of Vegetarians and Vegans in Running Events
Wirnitzer, K. C. 1; Leitzmann, C. 2; Knechtle, B. 3; Nikolaidis, P. 4; Wirnitzer, G. 5; Lechleitner, C. 6; Seyfart, T. 7; Boldt, P. 8
1Pedagogical University Tyrol, Innsbruck, Austria
2Institute of Nutrition, University of Giessen, Giessen, Germany
3Institute of General Practice and Health Services Research, University of Zurich, Zurich, Switzerland
4Department of Physical and Cultural Education of Hellenic Army Academy, Athens, Greece
5adventureV & change2V, Stans, Austria
6ITEG, Innsbruck, Austria
7Faculty of Medicine, University of Greifswald, Greifswald, Germany
8Faculty of Medicine, University of Giessen, Giessen, Germany

Purpose: Considering the growing background numbers of vegetarians and vegans, the number of vegetarian and vegan runners is likely to rise, too. Therefore, the main goal of the Nutrition and Running High Mileage (NURMI) Study was to establish a broad body of scientific evidence on the endurance performance of vegetarian but especially vegan runners.
Methods: The NURMI Study was conducted following a cross-sectional design. Step 1 determines epidemiological aspects of endurance runners. Step 2 depicts dietary habits and running history from eligible participants (at least finishing a half-marathon). Step 3 displays data after a running event. Data collection (1/10/2014 to 31/12/2015) was accomplished using standardized questionaires. Analysis will be performed using SPSS software package (SPSS Inc., Chicago, IL, USA). All data derived from the statistical methods will be given in mean ± standard deviation.
Results: Data collected built a basic sample size of 3,163 runners (1,779 or 56.2% women; 1,384 or 43.8% men) predominently from German-speaking countries (Austria, Germany, Switzerland: n=2,788) with lower numbers from the rest of Europe (n=375). The overall prevalence of omnivorous, vegetarians and vegans in running events was 1,434 (45.3%), 665 (21.0%) and 1,065 (33.7%), respectively. Vegan runners were found to be significantly (p<0.001) younger and leaner (age: 35.2±10.2 y; body weight: 65.3±10.4 kg; BMI: 21.9±2.5 kg.m-2) compared to vegetarians and omnivores (age: 36.2±11.0 vs. 39.2±11.1 y; body weight: 65.0±10.5 vs. 69.0±10.9 kg; BMI: 21.8±2.4 vs. 22.7±2.5 kg.m-2).
Conclusions: Since scientific data about endurance athletes following a vegetarian but particularly a vegan diet are limited, the NURMI Study is the first study to assess this issue considering a bigger sample size. Therefore, the results will provide new information and a major contribution by adding knowledge to overcome the lack of data on the prevalence and exercise performance of vegetarian but especially vegan runners in endurance events.
References:
1 American Dietetic Association, Dietitians of Canada (ADA, 2009). Position of the American Dietetic Association and Dietitians of Canada. Vegetarian diets. Journal of the American Dietetic Association, 103(6): 748-765.
2 Academy of Nutrition and Dietetics (AND, 2015). Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, (115)5: 801-810. 3 Fuhrmann J, Ferreri DM (2010). Fueling the vegetarian (vegan) athlete. Current Sports Medicine Reports, 9(4): 233-241
4 Scheerder J, Breedveld K (ed.) & Borgers J (2015). Running across Europe: The Rise and Size of one of the Largest Sport Markets. Palgrave Macmillan, Hampshire, UK.
5 Wirnitzer K, Seyfart T, Leitzmann C, Keller M, Wirnitzer G, Lechleitner C, Rüst C, Rosemann T, Knechtle B (2016). Study Protocol. Prevalence in running events and running performance of endurance runners following a vegetarian or vegan diet compared to non- vegetarian endurance runners: The NURMI Study. Currently under review (Springer Link).
Christoph Burger - An Exploration of Motives for Becoming Vegan and their Relation to Gender, Age and Current Health Behaviors
Burger, C.; Pamlitschka, I.
University of Vienna, Vienna, Austria

Motives for becoming vegan and their relation to gender, age, and current health behaviors were investigated in 132 German-speaking vegans (56% women; M=30.3 years) using a paper-pencil-questionnaire. Virtually all vegans endorsed "respecting animals" (98%), "inhumane livestock treatment" (96%), and "slaughter" (95%). Other major motives were avoiding "wasting resources" (67%), "rainforest destruction" (64%), "world hunger" (58%), "climate change" (55%), and "water pollution" (54%). A substantial minority endorsed "taste preference for plants" (48%), "living healthier" (42%), "criticizing mainstream society" (40%), "disgust for meat" (36%), "unhealthfullness of meat" (35%), "living in harmony with nature" (32%), "vegan partner/friends" (30%), and "avoiding food scandals" (26%). A small minority endorsed "animal food allergy/intolerance" (15%), "losing weight" (11%), "religion" (9%), "own illness" (5%), "fashion trend" (2%), and "vegan parents" (2%). Spearman’s rho was used to correlate motives with gender, age, and health behaviors (only significant results reported). Women endorsed "respecting animals" (r=.19), "losing weight" (r=.21), and "taste preference for plants" (r=.20) more strongly than men. Older individuals were more likely to endorse "avoiding meat scandals" (r=.21), "living in harmony with nature" (r=.18) and "taste preference for plants" (r=.25). Alcohol use was less pronounced in those going vegan because of food allergies/intolerances (r=-.26). Tobacco use was higher when the following non-health-related motives were reported: "inhumane livestock treatment" (r=.22), "respecting animals" (r=.22), "world hunger" (r=.24), "water pollution" (r=.20), and "criticizing mainstream society" (r=.22). Exercising behavior was negatively related to the non-health-related motives "inhumane livestock treatment" (r=-.24), "respecting animals" (r=-.19), "world hunger" (r=-.18), but positively correlated with "vegan partner/friends" (r=.23).
Leandra Bürger - Motivations and Processes of Adopting a Vegan Diet in Adulthood – A Qualitative Study
Bürger, L.; Schlott, T.
University of applied science, Fulda, Germany

Background: Vegan diet is increasing in popularity and the proportion of individuals following an animal-free diet is continuously growing. The aim of this study is to elucidate the motivations underlying a vegan diet and the process of changing from an omnivore to a vegan diet.
Methods: Six narrative interviews with vegans between 24 and 48 years who followed a vegan diet for at least two to ten years were carried out and the data were analyzed using basic elements of Grounded Theory.
Results: There are various reasons for adopting and maintaining an animal-free diet. Besides several secondary reasons like mental, ecological, political, culinary, aesthetic, cosmetic as well as economic motives, health and ethics could be identified as the main motivators. As an overall superior motive the improved physical and psychological well-being could be determined. Furthermore, a process model of adopting a vegan diet was developed.
Conclusions: The results expand the understanding of the choice of a vegan diet and may be applied interdisciplinary. In future studies the physical and psychological well-being as well as the associated health-related quality of life (HRQOL) of vegans has to be investigated in a quantitative study design. 6
Tidbeck M - Wellness Disrupts Healthcare, Education and Business: e-Learning Tool for Individual and Organizational Well Being
Tidbeck, M. 1; Stenholtz, D. 2; Pettersson, T. M 3
1Adocto Occupational Health, Stockholm, Sweden
2Mälarsjukhuset, Eskilstuna, Sweden
3LeanLabMed, Stockholm, Sweden

Background: Biological knowledge revolution drives fundamental change. New data on living system genome, transcriptome, epigenome, ncRNAome, proteome, metabolome connect data on role of nutriome, microbiome, energetics, pollution and communication. Big data and analytics promote disruptive knowledge singularity that translates into disease prevention and wellness management. Digital Learning Tools are needed to drive individual wellness in communities and workplaces.
Design a digital wellness learning tool: a major asset in life is wellness. Complex life statistics appear fragmented and disconnected causing public confusion and hampering knowledge that promotes wellness. Integrating existing wellness data for complex analytics has the potential to pinpoint essentials. Designing e-learning tools builds on the vision that wellness is becoming the focus of personalized healthcare. Key elements of physical wellness - water, air, activity, nutrition/intermittent fasting, energy, communication, lifestyle - will be integrated. Nutrition will be designed in relation to biological system true operation and wellness promoting evidence. Measurements will focus on parameters that represent wellness associated biochemical/physiological changes. Existing lifestyle and occupational health data will integrate nutritional evidence based data to support the personal wellness story. Aggregation of wellness related knowledge in an internet accessible digital tool will address crowd learning to promote spreading of new understanding, behavior and practices.
Concluding remark: initiative is taken to build the Integrated Digital Wellness Learning Tool - LifeStats - for individuals and organizations to promote wellness/prevent disease in community and workplace. Focus on wellness will disrupt established practices in healthcare, education, and industries. In essence the intended transformation builds on enabling participation and responsibility in maintaining sustainable personalized wellness.
Ina Volkhardt - Empfehlungen für eine veganes Speisenangebot – eine «Checkliste»
Volkhardt, I. 1; Semler, E. 2; Keller, M. 3; Meier, T. 1
1Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, Germany
2ehem. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, Germany
3Institut für alternative und nachhaltige Ernährung IFANE, Biebertal/Gießen, Germany

Vegan liegt im Trend. So ist es kein Zufall, dass vegane Angebote zunehmend auch in der Außer-Haus- und Gemeinschaftsverpflegung eine Rolle spielen. Allerdings stellen vegane Speisepläne, durch fehlende Empfehlungen zur Gestaltung einer veganen Ernährungsweise seitens der nationalen Fachgesellschaften und dem Fehlen von Konzepten im Umgang mit dieser Kostform, die Verpflegungsverantwortlichen oftmals (noch) vor eine Herausforderung. Dabei müssen gerade Veganer auf eine spezielle Zusammenstellung ihrer Speisen achten, um Defizite langfristig zu vermeiden, so z. B. bezüglich Zink, Kalzium oder Iod sowie der Vitamine A, D und B12.
Ziel der zugrundeliegenden Arbeit war es daher, in Anlehnung an die Checkliste der DGE für Mischkost in der Betriebsverpflegung, praxisnahe Richtlinien für vegane Angebote zu schaffen. Hierfür wurden zunächst aus der Gießener vegetarischen Ernährungspyramide, die analog zur aid-Ernährungspyramide lebensmittel(gruppen)basierte Vorgaben für den täglichen oder wöchentlichen Verzehr enthält, Empfehlungen für eine fünftägige Mittagsverpflegung abgeleitet. Angaben aus der Checkliste der DGE sowie weitere Vorgaben nach Plausibilität und Praktikabilität dienten zur Ergänzung oder Variation. Zusammen mit Beispiellebensmitteln, Anmerkungen zu Portionsgrößen sowie zur Häufigkeit bietet die vegane Wochencheckliste einfach anzuwendende Empfehlungen auf Basis von Lebensmittelgruppen, ohne jedoch die Kreativität der Köchinnen und Köche zu stark einzuschränken.
Da keinerlei Nährwertberechnungen nötig und Lebensmittel austauschbar sind, bleibt die Flexibilität erhalten, die gerade für den Einsatz der Checkliste in Großküchen von Bedeutung ist. Somit kann die vegane Checkliste als Arbeitsgrundlage für Rezepturplaner, Einkäufer und Köche sowie weitere im Verpflegungsmanagement tätige Personen dienen, um den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen vegan lebender Konsumenten gerecht zu werden.
Tobias Gaugler - Gesundheitsorientierte Ernährung im Spannungsfeld zwischen Richtlinien, Werbewirtschaft und staatlicher Prävention
Gaugler, T.
University of Augsburg, Augsburg, Germany

Ähnlich wie in vielen materiell wohlhabenden Volkswirtschaften zeichnen ernährungsbedingte Gesundheitsrisiken („dietary risks“) auch in Deutschland für die größte Anzahl verlorener disability-adjusted life years (DALYs) verantwortlich. Hierbei identifiziert u.a. die breit angelegte „Global Burden of Disease“-Studie (GBD) den Konsum von „high processed meat“ als das größte Ernährungsrisiko.
Im Rahmen eines interdisziplinären Beitrags an der Schnittstelle zwischen Gesundheitsforschung und Wirtschaftswissenschaften wird untersucht, inwieweit das individuelle sowie das gesamtgesellschaftliche Ziel einer gesunden Ernährung (a) seitens der Wirtschaft bzw. (b) seitens des Staates adäquat forciert wird.
Hierzu werden Nahrungsmittel – den unterschiedlichen Ernährungsempfehlungen von DGE bzw. VEBU folgend – entsprechend ihrer Gesundheitswirkung in Kategorien geclustert. Im nächsten Untersuchungsschritt wird die lebensmittelkategoriespezifische Intensität der Werbeaktivität untersucht. Zudem werden die laufenden ernährungsspezifischen Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sowie die Gesundheitsziele das neuen Präventionsgesetzes (§20 Abs. 3 SGB V) in Bezug zu den seitens der GBD-Studie quantifizierten Ernährungsrisiken gesetzt.
Bei der Untersuchung verschiedener Lebensmittelkategorien und der kategoriespezifischen Werbetätigkeit kann mittels regressionsanalytischer Methoden gezeigt werden: Je weniger von einem (tendenziell ungesunden) Nahrungsmittel konsumiert werden soll, desto höher ist das Werbebudget. Bei der Auswertung des Tätigkeitsfokus’ der BzgA sowie der Untersuchung der Gesundheitsziele des PrävG wird deutlich, dass staatliche Präventionsmaßnahmen die – inzwischen klar nachgewiesenen Gesundheitsrisiken von Fleischkonsum (vgl. GBD) unberücksichtigt lassen.
Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse stellt sich die Frage inwieweit Unternehmen im Nahrungsmittelsektor sowie der Staat Verantwortung für individuelle und gesamtgesellschaftliche Gesundheit tragen. Seitens der Wissenschaft gilt es, Disziplinen übergreifend darauf hinzuwirken, die Inhalte des 2015 verabschiedeten deutschen Präventionsgesetztes mittels gesundheitsorientierter Maßnahmen zugunsten einer überwiegend pflanzenbasierten Ernährung weiterzuentwickeln.
Samstag
Hörsaal 2
09:00

Workshop: Isst Yoga vegetarisch? Von der Praxis der Gewaltlosigkeit und des Mitgefühls zur verantwortungsvollen Ernährung

Alexander Peters

Seit mindestens 2500 Jahren leitet der Grundsatz der Gewaltlosigkeit (ahiṃsā) und des Mitgefühls (karuṇā) Yogapraktizierende in ihrem Bemühen, zur Erfahrung der Einheit und Verbundenheit mit allem zu gelangen und die Entfremdung zwischen Mensch und der ihn umgebenden Natur, deren Teil er ist, aufzulösen. Eine wichtige Schnittstelle zwischen den persönlichen Bedürfnissen und der Welt stellt die Ernährung dar, weshalb im Yoga schon immer ein besonderes Augenmerk auf eine ethische und verantwortungsvolle Ernährung gelegt wurde. In den Quelltexten der Yogatradition finden wir daher Hinweise zu vegetarischer Ernährung wie auch Erklärungen zum Einfluss verschiedener Ernährungsformen auf den Geist und die spirituelle Entwicklung. Ist der Yoga ein Wegbereiter oder sogar ein Katalysator für den Vegetarismus? Und was bedeutet Vegetarismus aus yogischer Sicht für die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins?

12:30

Alpro Lunch-Symposium - Soya protein enriched diet improves cardiovascular and metabolic risk factors

13:30

Workshop: PCRM Europe

Open VegMed Publikumstag

Sonntag
Hauptsaal
10:00

Begrüßung

10:30

Nahrung als Medizin: Ernährung als Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten

Dr. Michael Greger

Dr. Greger hat diese neue Präsentation auf der Grundlage einer sorgfältigen Sichtung und Prüfung der wissenschaftlichen Literatur entwickelt, die im Bereich der Ernährungstherapie weltweit verfügbar ist. Er orientiert sich hierbei am aktuellen Stand zukunftsweisender Forschung und untersucht die Rolle, die die Ernährung dabei haben kann, Deutschlands häufigsten Ursachen für Tod und Invalidität vorzubeugen, gegenzusteuern oder diese sogar zu beseitigen. Mehr als tausend seiner Videos zum Thema Ernährung können auf seiner Website NutritionFacts.org (nutritionfacts.org) kostenlos aufgerufen werden. Die Website wird täglich mit neuen Videos und Artikeln aktualisiert.

11:15

Gesundheitliche Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung

David Stenholtz

Seit mehreren Jahrzehnten lautet die Botschaft von Gesundheitsbehörden weltweit, mehr pflanzliche Lebensmittel, weniger tierische Produkte und weniger industriell verarbeitete Produkte wie Zucker und Weißmehl zu verzehren. Je konsequenter wir bei dieser Umstellung unserer Ernährung sind, desto günstigere gesundheitliche Auswirkungen zeigen sich. Bisher konnte die Wissenschaft keinen Grenzwert dieser Ernährungsumstellung bestimmen, ab dem kein weiterer gesundheitlicher Nutzen zu verzeichnen ist. Nicht zuletzt hat das Anraten zu einer vollständig pflanzlichen Ernährungsweise bei einigen chronischen Erkrankungen im Vergleich zu zurückhaltenden Ernährungsempfehlungen eine überragende Wirkung darin gezeigt, Symptome zu lindern und das Fortschreiten von Erkrankungen zu stoppen. Eine wachsende Anzahl von Ernährungswissenschaftlern und Ärzten plädiert deshalb gegenüber aufgeschlossenen Patienten und gegenüber der Allgemeinheit für eine pflanzliche Vollwertkost. In diesem Vortrag gehen wir auf den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich des gesundheitlichen Nutzens einer pflanzenbasierten Ernährung ein. Wir beschäftigen uns außerdem mit den Zukunftsaussichten, die in der allgemeinen Gesundheitsfürsorge hinsichtlich einer stärkeren Einbeziehung einer pflanzlichen Ernährungsweise bestehen.

12:15

Diabetes und pflanzenbasierte Ernährung

Dr. Neal Barnard

Die klinischen Forschungsergebnisse von Dr. Barnard haben die Behandlung von Typ-2-Diabetes revolutioniert. In dieser Präsentation gehen wir darauf ein, wie bei dieser Erkrankung nicht nur eine erfolgreiche Kontrolle, sondern sogar eine Heilung gelingen kann. Dr. Barnard legt außerdem dar, wie die einfachen Ernährungsumstellungen, die für Diabetespatienten günstig sind, auch zahlreiche positive gesundheitliche Wirkungen haben, darunter Gewichtsregulierung, einen reduzierten Cholesterinspiegel, Schutz gegen Gedächtnisverlust und eine lebenslang größere Vitalität. Viele Menschen möchten auf gesunde Weise abnehmen, und wir stellen eine bewährte Methode zur Gewichtsregulierung vor, die sich an geänderten Ernährungsgewohnheiten orientiert, statt es mit Hungerkuren oder Wunderdiäten zu versuchen.

14:00

Die Soja-Kontroverse

Prof. Mark Messina

Seit Jahrhunderten sind Sojalebensmittel ein wichtiger Bestandteil in der Küche vieler asiatischer Länder. In den vergangenen Jahrzehnten haben diese Lebensmittel auch in Europa und den USA an Beliebtheit gewonnen. Die zunehmende Verbreitung von Sojalebensmitteln ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es einen allgemeinen Trend zu einer pflanzenbasierten Ernährung gibt. Darüber hinaus nimmt die Sojabohne unter den Hülsenfrüchten eine Sonderstellung ein. Die Sojabohne ist beispielsweise eine der wenigen guten pflanzlichen Quellen für beide Formen essentieller Fettsäuren. Zudem ist Sojaprotein dem tierischen Protein sehr ähnlich und bewirkt eine unmittelbare Senkung des Cholesterinspiegels im Blut. Noch wichtiger ist, dass die Sojabohne eine unvergleichlich reichhaltige Quelle für Isoflavone darstellt. Isoflavone zählen zu den Phytoöstrogenen, auch wenn sie sich auf der molekularen und klinischen Ebene von dem Hormon Östrogen unterscheiden. Die günstigen gesundheitlichen Wirkungen von Isoflavonen werden unter anderem darin gesehen, dass sie Schutz gegen koronare Herzkrankheit, Osteoporose und bestimmte Krebsarten bieten sowie Wechseljahresbeschwerden lindern können. Doch Sojalebensmittel sind trotz ihres gesundheitlichen Nutzens nicht unumstritten. Es wird behauptet, dass Isoflavone eine Feminisierung des Mannes bewirken, die Prognose von Frauen mit Brustkrebs ungünstig beeinflussen sowie die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Zudem wurden Bedenken laut, dass Sojalebensmittel aufgrund des Phytatgehalts den Mineralhaushalt stören und durch die enthaltenen Proteasehemmer gastrointestinale Störungen verursachen. Doch diese Bedenken beruhen nahezu ausschließlich auf Daten aus Tierstudien, deren Bedeutung für ein Verständnis der Gesundheitswirkungen von Sojalebensmitteln fragwürdig ist. Klinische und epidemiologische Daten sprechen ganz im Gegenteil eindeutig für die Unbedenklichkeit von Sojalebensmitteln sowie für ihr Potenzial, einen nützlichen Beitrag zu einer gesunden Ernährung zu leisten.

14:45

Vegan? Vegetarisch? VEBU

Sebastian Joy

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine pflanzliche Lebensweise. Die Gründe für eine solche Ernährung sind vielfältig. Der VEBU nennt „5 guten Gründe“, die für eine pflanzliche Ernährung sprechen: Umwelt, Gesundheit, Fairness, Tierschutz und Genuss.

Sebastian Joy, Geschäftsführer des VEBU, wird diese Gründe darstellen und verdeutlichen, warum Ernährung neben der Relevanz für die eigene Gesundheit so zentral ist mit Blick auf Ethik und Moral, Umweltschutz und die Welthungerproblematik. Darüber hinaus stellt der Vortrag die Strategien des VEBU dar, eine pflanzliche Lebensweise in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren.

16:00

Veggie Industrie in der Verantwortung für Mensch und Umwelt

Dr. Ludwig Jacob

Dass Veggie boomt ist auch den Konzernen nicht entgangen. Die neue Nestle-Studie zeigt die großen Ernährungstrends der kommenden Jahrzehnte. Die großen Lebensmittelkonzerne werden immer mehr auf „nachhaltig, ethisch, bio, vegan, vegetarisch, gesund, regional und am besten noch exotisch und preiswert“ setzen werden – einfach weil eine Mehrheit der Kunden es so will und es Gewinne bringt. Dabei soll alles gesund und ganz schnell zuzubereiten sein, denn die Rolle von Fertignahrungsmitteln steigt weiter an.

Für die Zukunft der Menschheit setzt Gates mit der weltgrößten Charity auf salzreduzierten, pflanzlichen Fleischersatz und liegt damit ganz im Trend der WHO-Empfehlungen. Auch die U.N. geht davon aus, dass die Menschheit zukünftig nur mit einer pflanzenbasierten Ernährung überleben kann. Der Veggie Industrie kommt also eine sehr große Verantwortung zu, durch ihre Produkte nicht nur die Erde zu retten und den Gaumen der Verbraucher zufriedenzustellen, sondern auch noch deren Gesundheit zu erhalten – denn das wird in einer immer älter werdenden Gesellschaft das allerkostbarste Gut. Die klaren Fakten gelangen immer mehr ins Bewußtsein der Menschen. All you can eat buffets, Geiz und Gier sind weder geil noch gesund, sondern bei immer mehr intelligenten Menschen einfach „out“.

Doch wie wird aus dem „veggie-Hype“ eine dauerhafte Massenbewegung, die für die Rettung unseres Überlebens auf der Erde so wichtig ist? Schaut man sich vegane Regale im Supermarkt an, erwecken diese nicht selten den Eindruck, dass der Kunde ernährungswissenschaftlich nur vom Regen in die Traufe kommt. Natürlich suchen Kunden nach Fleischersatzprodukten, doch sie erwarten mit Recht auch, dass diese gesünder sind als Fleischwaren.

Wirklich nachhaltig wird der Boom, wenn er nicht nur schmeckt, Unternehmer, Tiere und die Umwelt gut leben läßt, sondern auch den Kunden dauerhaft gesund hält. Die starke Zunahme von Lebensmittel-Unverträglichkeiten bietet kleinen Unternehmen interessante Nischen, individualisierte Produkte zu entwickeln und anzubieten. Der Arzt, Erfinder und Unternehmer Dr. med. Ludwig Manfred Jacob zeigt pragmatische Prinzipien von gesunden pflanzlichen Lebensmitteln und Fertignahrungsmitteln, die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen.

Sonntag
Hörsaal 1
10:30

Vegan im ersten Lebensjahr - wie kann es gelingen?

Edith Gätjen

Die typische Veganerin ist weiblich, zwischen 18 und 30 Jahre alt, hat einen hohen Bildungsstand und wird vermutlich in Zukunft Kinder bekommen, die sie sicherlich auch vegan ernähren möchte. Dies ist möglich, jedoch nur, wenn dies genau bedacht wird, denn hier ist nicht nur das Herz, sondern es sind auch der Verstand und die Umsetzung essentiell. Im ersten Lebensjahr vegan heißt: Mindestens 4 Monate ausschließlich Muttermilch, dann langsamer Beginn einer vollwertigen veganen Beikost und mindestens bis zum 1. Geburtstag 2 begleitende Muttermilchmahlzeiten. Diese Aussage setzt natürlich voraus, dass die Mutter sich sehr gut vollwertig ernährt und Vitamin B12 regelmäßig substituiert. Es ist erforderlich, dass auch der Säugling Vitamin B12erhält sowie die allgemein empfohlene Vitamin D-Substitution. Zwischen dem 5. und 10. Lebensmonat werden dann nach und nach 3 Mahlzeiten eingeführt, als erstes das Gemüse-Kartoffel-Mus, ergänzt mit Getreide und DHA-angereichertem Leinöl, dann folgt ein Obst-Getreide-Brei mit frischem Obst und eisenhaltigem Getreide, wie zum Beispiel Hafer oder Hirse. Die letzte Mahlzeit ist dann ein Getreidebrei auf der Basis einer sojabasierten Säuglingsnahrung. Der Flüssigkeitsbedarf wird über calziumreiches Wasser sichergestellt.

11:15

Jenseits von Karnismus

Dr. Melanie Joy

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache. Mittlerweile gibt es umfangreiche Beweise dafür, dass eine pflanzliche Ernährung sowohl helfen kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, als auch sie rückgängig zu machen. Oft ignoriert oder leugnet die Wissenschaft die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung, ganz zum Vorteil jener Optionen die als weniger “extrem” angesehen werden (Medikamente, Operationen, etc.) und welche die anhaltenden und ungeprüften Überzeugungen über unser Essen unterstützen. In diesem Vortrag untersucht Psychologin Dr. Melanie Joy jene unbewussten Überzeugungen, die uns daran hindern, die bestmöglichen Entscheidungen für die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen der Welt zu treffen.

14:00

Clean Eating, Raw Vegan & Super Foods - Ernährungstrends auf dem Prüfstand

Niko Rittenau

Zurück zu mehr unverarbeiteten und naturbelassenen Lebensmittel zu gehen, bedeutet einen Schritt nach vorne für unsere Gesundheit zu machen. Egal ob das Ziel Gewichtsreduktion, mehr Leistungsfähigkeit oder ein besseres Körpergefühl ist – Vegan Clean Eating kann all das und vieles mehr leisten. Der Ernährungsberater Niko Rittenau bringt das Konzept von „Clean Eating“ auf eine neue Ebene, indem er fast vergessene Verarbeitungsmethoden zur Verbesserung der Nährwerte mit den neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft kombiniert. Mit Leidenschaft zeigt er in seinem Vortrag Wege in der Ernährung für mehr Nachhaltigkeit und Gesundheit auf. Wie wir kochen, zubereiten und essen ist genauso entscheidend für unser Wohlbefinden wie die Frage, was genau wir zu uns nehmen. Niko Rittenau greift darüber hinaus aktuelle Ernährungstrends der letzten Jahre auf und stellt diese auf den ehrlichen Prüfstand.

16:00

Kritische Nähstoffe in der pflanzenbasierten Ernährung

Melanie de Jong

Sonntag
Hörsaal 2
10:15

Der Vegane Teller - praktische Umsetzung einer ausgewogenen veganen Kost

Sigrid Siebert

Bei der Umsetzung von Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl haben sich grafische Darstellungen in der Beratungspraxis bewährt. Das Modell des „Veganen Tellers“ dient als Grundlage für die Beratungspraxis und beantwortet die Frage: Wie kann eine bedarfsgerechte und ausgewogene abwechslungsreiche vegane Speisenplangestaltung aussehen? Welche Art und welche Menge an Lebensmitteln sind dafür notwendig? Die Darstellung des „Veganen Tellers“ veranschaulicht die Lebensmittelauswahl eines Tages. Bei der Darstellung werden Symbole für Grundnahrungsmittel verwendet, die dem Einzelnen Spielraum für die individuelle Speisenplangestaltung lassen. Bei dem Modell des „Veganen Tellers“ werden unterschiedlich viele und verschieden große Lebensmittel bzw. Lebensmittelgruppen auf dem Teller platziert. Je mehr Platz ein Lebensmittel auf dem Musterteller einnimmt, desto größer sollte sein Anteil an der Gesamtverzehrsmenge des Tages sein. Vegane Tagesbeispiele bzw. Beispiele einzelner Mahlzeiten können für eine Umsetzung hilfreich sein. Neben der optimalen Zusammenstellung einer veganen Ernährung ist es für den Berater wichtig Punkte wie persönliche Vorlieben, Konstitutionstyp, Verträglichkeit und Genussfähigkeit bei den Empfehlungen zu berücksichtigen und sie mit dem Klienten zu besprechen, da sie Einfluss auf dessen Compliance haben.

14:00

Vegan im Recht

Ralf Müller-Amenitsch

Der Vortrag wird sich mit typischen Rechtsproblemen von Veganern und Vegetariern beschäftigen. Welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt seine Kinder an Schulen und in Kitas vegetarisch und vegan zu versorgen?

Wie sieht es mit der veganen Versorgung in Krankenhäusern, Altersheimen und Gefängnissen aus?

Warum ist es für den Verbraucherschutz wichtig, dass Nahrungsmittel als vegan oder vegetarisch deklariert werden?

Zudem werden Themenkreise, wie Veggy in der Familie, Veggy auf Reisen und im Restaurant, Diskriminierungsschutz von Vegetariern und Veganern am Arbeitsplatz, Alg II und Veganismus und internationales veganes Recht besprochen.


Kongress-Abstractband (PDF)

Der VegMed-Abstractband mit Abstracts aller Vorträge, Workshops und Sessions, wurde in der Zeitschrift Forschende Komplementärmedizin veröffentlicht.

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